Presse 2019

独で議論「東京五輪報道は原発事故の危険性伝えて
http://www.alterna.co.jp/28240

来夏に開催予定の東京オリンピック・パラリンピックの報道に対して「東電福島原発事故による危険性や被災者の声を黙殺しないで欲しい」と求める日独共同会議が91415日、ドイツのドルトムントで開かれた。科学者、教育関係者や環境保護団体、国際医師団体、脱原発市民団体など、日本人約10人を含む約50人が参加した。政府によるメディアへの圧力が強まっているとされる日本に「言論の自由が制限されているのではないか」との危惧を表明した。(ドイツ・ドルトムント=川崎陽子)

「フクシマの危険を黙殺させない東京オリンピックのために」と題して開催された会議では、日独の有識者や市民団体からの現状報告と、ドイツ公共ラジオのスポーツ担当記者の司会でパネルディスカッションがあった。

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ドルトムント日独共同会議の内容紹介サイトから

「東京オリンピック2020とその反対者の論理」という著書(ドイツ語)を出版したアンドレアス・ジングラーさんは、「原発事故による放射能被害を隠すために、オリンピックを利用しようとしている」、「オリンピックにかけるお金があるなら被災者支援に回すべき」、「ここで五輪競技をしても人は戻ってこないし復興の役にも立たない」などの、福島県在住者の声を書いており、会議の参加者は、このような声を「黙殺しないで」と東京五輪報道に求めている。

IPPNW(核戦争防止国際医師会議、1985年ノーベル平和賞)ドイツ支部は、20177月に開始した「東京2020放射能オリンピック」という国際キャンペーンを紹介した。「放射線には、これ以下なら健康に影響がないといえる安全な線量は存在しないので、できる限り被ばくを避けるべき」などの、放射線や原発問題に関する正しい情報を広めるためで、世界中からの支援を募っている。IPPNWは、福島市での五輪競技をやめ、2020326日からの聖火リレーは福島県外で実施することも要求している。

ハーゲン・シェアプさんは、ミュンヘンのヘルムホルツ協会における25年来の疫学調査結果を報告。チェルノブイリとフクシマの原発事故による放射性降下物が、長期的に遺伝子に影響を与えることがわかり、死産、周産期死亡、乳児死亡、先天性奇形、甲状腺がん(子ども、若者、成人)の増加が観察されているという。

これらの発表内容は、原発事故という大惨事以来、被災地を支援しながら、原発と核兵器廃絶のために活動を続けてきた参加者たちにとっては、周知の事実が多い。

しかし、日本では十分に報道されておらず、2010年に11位だった「世界報道自由度ランキング」が67位になっていることからも、言論の自由が制限されているのではないかという危惧が、会議採択宣言で表明された。

さらに同宣言では、「放射線被ばくの基準値を年間1ミリシーベルトから20ミリシーベルトに引き上げて、避難区域だった場所に人々を帰還させ、原発事故の大惨事を克服したと見せかけるために東京五輪を利用している」と、日本政府の政策を批判した。国会議員のシルビア・コッティング=ウール(連邦議会環境・自然保護・原子炉安全委員長。3.11後に10回日本訪問)さんも、ビデオメッセージで同様の見解を述べた。

会議を主催した「公益団体 外国協会」所属の「ドルトムント独日協会」は、主にIPPNWドルトムント支部と協力して、毎年311日にフクシマデー、86日にヒロシマデーの行事を開催してきた。

参加者には、これまでに毎年、国際的な教育交流活動でもあるヨーロッパ・アクション週間「チェルノブイリとフクシマ後の未来のために」を企画運営してきたメンバーも多く、会議を共催したハインリヒ・ベル財団のシュレスヴィヒ・ホルシュタイン支部は、来年3月に日本(東京と福島)でのアクション週間を予定している。

他の参加者も、この会議を足がかりに、来年の東京五輪報道で「フクシマの危険性や被災者の声を黙殺しないように」と、欧州のメディアにアピールするための準備とネットワークの強化を開始した。



Deutsch-Japanische Konferenz mit regionaler Beteiligung

16.9.2019 / Quelle: Regionalbraunschweig.de

https://regionalbraunschweig.de/deutsch-japanische-konferenz-mit-regionaler-beteiligung/

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Deutsch-Japanische Konferenzgruppe nach Verabschiedung der Abschlusserklärung.Fotos: Paul Koch

Braunschweig/Dortmund. Am Wochenende fand in der Dortmunder Auslandsgesellschaft eine Deutsch-Japanische Konferenz zum Thema „Für olympische Spiele in Tokyo, die die Gefahren von Fukushima nicht verschweigen“ statt. Sowohl die Referenten als auch die Teilnehmer waren aus beiden Ländern vertreten. Die Region „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ vertraten Paul Koch für den Arbeitskreis Japan und Marianne Neugebauer für die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad. Davon berichtet Paul Koch, der zusätzlich eine Pressemitteilung zur Abschlusserklärung der Konferenz übersendet.

Was passiert in Japan nach Fukushima?

Paul Koch sei im Organisationsteam für die Programmgestaltung beteiligt gewesen und habe zusammen mit der japanischen Aktivistin Sinobu Katsurgai (Mülheim/Ruhr) die Konferenzleitung gehabt. Marianne Neugebauer sei als Teilnehmerin am ersten Abend auf dem Podium zum Gespräch über „Was bedeutet die aktuelle Situation in Japan für Sportler und Besucher“ eingebunden gewesen. Moderiert worden sei die Podiumsdiskussion von Marina Schweizer (Deutschlandfunk, Sportredakteurin). Wichtig sei am ersten Tag die Fragestellung gewesen: „Was passiert in Japan nach Fukushima? Ein interdisziplinärer Überblick.“ Hierzu haben Eiichi Kido, Professor für Politik an der Universität Osaka/Bochum, sowie Dr. Hagen Scherb, ehemals vom Helmholtz Zentrum München, Yoko Schlütermann, Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund und Initiatorin für „Hilfe für Japan“, Felix Jawinski, Japanologe an der Universität Leipzig, und Dr. Andreas Singler, Japanologe und freier Journalist, referiert.

Was bedeutet Fukushima für die Olympischen Spiele in Tokyo?

Am zweiten Tag sei der Blick fokussiert gewesen auf die Fragestellung: „Was planen zivilgesellschaftliche Initiativen für das Jahr der Olympischen Spiele in Tokyo, damit Fukushima nicht verschwiegen wird?“ Dazu haben Tagungsteilnehmer und Fachreferenten ein Überblick des Bürgerengagements in Deutschland sowie anderer Länder Europas und Japan vermittelt. Hierzu habe unter anderem Paul Koch über Beispiele kirchlichen Engagements im Zusammenhang mit dem „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ und den Aktionen der Europäischen Aktionswochen, dem Arbeitskreis Japan und der Evangelischen Erwachsenenbildung berichtet. Während des Vortrags habe Paul Koch eine Spende in Höhe von 544,43 Euro für die Fukushima-Kinder an Yoko Schlütermann überreicht. Die Spende habe sich aus verschiedenen Sammelaktionen in diesem Jahr ergeben. Zum Abschluss der Konferenz sei von den zirka 50 Teilnehmern eine gemeinsame Abschlusserklärung verabschiedet worden.

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Yoko Schlütermann dankt Paul Koch für die Spende.

Paul Koch vom Arbeitskreis Japan übersendet eine Pressemitteilung zur Abschlusserklärung der Konferenz, die im Folgenden unkommentiert zu lesen ist.

„Für Olympische und Paralympische Spiele in Tokyo,
die die Gefahren von Fukushima nicht verschweigen“

Für Olympische und Paralympische Spiele in Tokyo 2020, die die Probleme und Gefahren des Atomunfalls von Fukushima nicht verschweigen, haben sich die Teilnehmer*innen einer deutsch-japanischen Konferenz ausgesprochen, die am 14. und 15. September 2019 in der Dortmunder „Auslandsgesellschaft.de“ stattfand.

„Wer zu den Olympischen und Paralympischen Spielen nach Tokyo und Fukushima fährt, der muss wissen, dass er damit nicht zum Wiederaufbau in Fukushima und in Nordostjapan beiträgt. Im Gegenteil: Tokyo 2020 behindert einen notwendigen Wiederaufbau, der diesen Namen verdient“, erklärten die rund 50 Teilnehmer*innen der Tagung, darunter Vertreter*innen von Umwelt- und Ärzteorganisationen, Anti-Atom-Initiativen, Wissenschaft und Pädagogik. Einhellig kritisierten sie die Rückführungspolitik der japanischen Regierung in vormals evakuierte Gebiete in Reichweite zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auf Basis einer äußerst problematischen Grenzwerterhöhung für zu tolerierende zusätzliche Strahlungsexposition von vormals 1 Millisievert auf 20 Millisievert pro Jahr.

„Dass der olympische Fackellauf am 26. März 2020 ausgerechnet in diesen repatriierten Gebieten in der Präfektur Fukushima gestartet wird, zeigt, dass Tokyo 2020 nicht auf Seiten der Betroffenen der Atomkatastrophe und der noch immer auf der Flucht befindlichen mehr als 40.000 Menschen steht, sondern auf Seiten eines politischen Systems, das weiter auf Atomkraft setzt und alles tut, um die Fukushima-Katastrophe als beherrschbar und bereits überwunden darzustellen“, hieß es. Die Medien wurden dazu aufgefordert, in ihrer Berichterstattung zu Tokyo 2020 die Betroffenen der Atomkatastrophe gebührend zu Wort kommen zu lassen.

Besorgt zeigte sich die Konferenz über sich häufende Berichte, wonach sich in Japan nationalistische Tendenzen auch im Zeichen von Tokyo 2020 deutlich verstärkt hätten und wonach demokratische Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit in diesem zunehmend nationalistischen Klima eingeschränkt würden. Es sei kein Zufall, dass Japan zuletzt im Ranking der „Reporter ohne Grenzen“ in wenigen Jahren von Platz 11 auf 72 und aktuell Platz 67 abgestürzt sei. Auch gesellschaftliche Prozesse, die mit der Ausrichtung von sportlichen Mega-Events einhergehen, seien für diesen Niedergang der demokratischen Kultur verantwortlich, so die Teilnehmer*innen.

Zu der Tagung hatte die Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Nordrhein-Westfalen eingeladen.



Hiroshima-Tag in Dortmund: erinnerndes Gedenken –
und Forderung nach striktem Verbot aller Atomwaffen weltweit

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Die Botschaft ist klar und geht einher mit der Forderung nach Verbot aller Atomwaffen.         Foto: Marvin Finger

Zeitungsquelle https://www.nordstadtblogger.de/hiroshima-tag-in-dortmund-erinnerndes-gedenken-und-forderung-nach-striktem-verbot-aller-atomwaffen-weltweit/

Vor 74 Jahren warf die US-Luftwaffe eine Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit überhaupt, dass eine solch schreckliche Waffe auf bewohntes Gebiet abgeworfen wurde. Es war der 6. August 1945, morgens um 8.15 Uhr. – An diesem Tag starben in Hiroshima 140.000 Menschen. Noch heute sterben dort Menschen an den Spätfolgen nuklearer Verstrahlung. IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung) und die Deutsch-Japanische Gesellschaft der Auslandsgesellschaft luden am 6. August zu einem Mahngang ein. Dieser führte am Platz von Hiroshima und führte zum Ginkgobaum am Dortmunder Rathaus. Es wurde der Opfer des Atombombenabwurfs mit einer Schweigeminute gedacht, auf die gegenwärtigen Gefahren hingewiesen und gefordert, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterschreiben.

Leo Lebendigs Papierkranich möchte Frieden und Glück bringen und die Liebe befördern

Die TeilnehmerInnen des diesjährigen Mahnganges hatten sich auf dem Platz von Hiroshima eingefunden. Unmittelbar dort, wo Anselm Treeses Kunstwerk „Mutter von Hiroshima“ steht. Dort war auch der pupurfarbene Papierkranich des Dortmunder Künstlers Leo Lebendig „gelandet“. Wie er sagte, um Frieden und Glück zu bringen sowie Liebe zu befördern. Der Kranich ist das japanische Symbol des Glücks und Zeichen der Friedensbewegung.
Dr. Inge Zeller (IPPNW) sagte in ihrer kurzen Rede, die Opfer der Atombombenabwürfe (von Hiroshima und am 9. August 1945 auf Nagasaki) mahnten uns auch nach 74 Jahren, „für eine Welt ohne Atomwaffen einzutreten.“ Sie gab zu bedenken: „Doch noch immer gibt es weltweit rund 15.000 Atomwaffen, von denen etwa 1.800 in ständiger Alarmbereitschaft gehalten werden und der Menschheit innerhalb weniger Minuten ein Ende bereiten könnten. Die Schicksale der Menschen von Hiroshima und Nagasaki mahnen uns, wie wichtig das Engagement für eine atomwaffenfreie Welt ist.“

Dr. Inge Zeller bedauert, dass Deutschland bislang ICAN-Vertrag nicht unterzeichnet hat –  Lob für Dortmund

Dies verdeutlichten auch die aktuellen Spannungen zwischen den Atommächten. Der INF-Vertrag zwischen den USA und Russland sei gescheitert. Die Kriegsgefahr zwischen Pakistan und Indien weiterhin sehr hoch. Dazu käme, dass „alle Atommächte ihre Arsenale des Schreckens qualitativ aufrüsten“.
„Grund zu Hoffnung“, so Dr. Zeller, „weckt der im Juli 2017 verabschiedete Vertrag ICAN“, der inzwischen von 70 Staaten unterzeichnet und von zirka 30 Staaten ratifiziert worden sei. Neunzig Tage nach Ratifizierung seitens des 50. Staates würde der Vertrag in Kraft treten und eine völkerrechtliche Lücke schließen, um diese Massenvernichtungswaffen zu verbieten.
Sie bedauerte, dass Deutschland den ICAN-Vertrag (Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, verabschiedet 2017 bei der UNO, organisiert von der Internationalen Kampagne ICAN, die im gleichen Jahr den Friedensnobelpreis dafür erhielt) bislang nicht unterzeichnet hat. Obwohl eine große Mehrheit der Bundesbürger dafür ist. Inge Zeller informierte darüber, dass unterdessen mehrere internationale und deutsche Städte, darunter Dortmund, den ICAN-Städteappell unterzeichnet hätten, womit ein Zeichen für die Forderung nach atomarer Abrüstung gesetzt worden sei.

Vortrag des Gedichts „Hiroshima“, Schweigeminute und Halt an der Gedenkstätte am Ginkgobaum

Nachdem das Gedicht „Hiroshima“ (1951) von Marie Luise Kaschnitz verlesen worden war, legten die Versammelten eine Schweigeminute ein. Dann begannen sich die zum Mahngang erschienenen Menschen mit ihren Transparenten und Schildern – der pupurne Kranich von Leo Lebendig „schwebte“ mit ihnen – in Bewegung zu setzen. Sie überquerten den Hansaplatz und passierten Friedenssäule und Rathaus, um dann an der Gedenkstätte am Ginkgobaum einen Halt einzulegen.
Heinz-Peter Schmidt (IPPNW) erinnerte daran, dass der japanische Arzt Dr. Shuntaro Hida bei einem Besuch in Dortmund den inzwischen prächtig gediehenen Ginkgobaum der Stadt damals geschenkt habe. Zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister Günter Samtlebe habe Schmidt diesen Baum seinerzeit eingepflanzt.
Dr. Hida (im Alter von 100 Jahren 2017 gestorben) war ein Hibakusha (Überlebender des US-Atombombenabwurfes auf Hiroshima). Zeitlebens und unermüdlich habe sich Dr. Hida für die Hibakusha und ein weltweites Atomwaffenverbot eingesetzt, sagte Heinz-Peter Schmidt. Der Ginkgobaum gilt als Symbol des Überlebens nach dem Atombombenabwurf.

Die Flagge der „Mayors for Peace“ wehte an diesem Hiroshima-Tag am Dortmunder Rathaus

Am Dortmunder Rathaus war am Hiroshima-Tag die Flagge der „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) gehisst, womit ein verpflichtendes Eintreten dieser Bürgermeister gegen Atomwaffen verbunden ist. Dortmund ist bereits seit einigen Jahren als eine der ersten Städte dieser Initiative beigetreten.
Vor dem Eingangsportal des Rathauses sprach Johannes Koepchen (IPPNW) über die Entstehung des INF-Vertrages – unterschrieben am 8. Dezember 1987 durch den sowjetischen Generalsekretär der KPdSU, Michael Gorbatschow, und US-Präsident Ronald Reagan – , der Mittelstreckenraketen in Europa verboten hatte und nun am 1. August dieses Jahres – zunächst von den USA, dann auch von Russland gekündigt – ausgelaufen ist.
Als brisant schätzte Koepchen ein, dass in Büchel in der Eifel nach wie vor etwa 20 US-Atomwaffen stationiert sind. Koeppchen: „Deutschland hat Zugang zu Atomwaffen über die „Nukleare Teilhabe“. Heißt nichts anderes als: Deutschland kann im Rahmen der „Nuklearen Teilhabe“ der NATO in die Bredouille kommen, die US-Atomwaffen mit Flugzeugen der deutschen Luftwaffe auszutragen.

Johannes Koepchen mahnt: „Ohne Atomindustrie sind keine Atomwaffen möglich“

Kritisch findet Johannes Koepchen: „Außenminister Maas erklärt zwar, er wolle auch eine atomwaffenfreie Welt – aber die Atomwaffen in Büchel dürfen bleiben und der Verbotsantrag der Atomwaffen wird von der Bundesregierung boykottiert.“
Und Koepchen rief in Erinnerung: „Weil die Lage so brisant ist und weil die große Mehrheit der Menschen keine Atomwaffen will, hat auch der Stadtrat in Dortmund im März mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die diesen Verbotsantrag unterstützt und die Bundesregierung aufgefordert, sich mit ihm zu befassen.“
Unmissverständlich machte Koepchen deutlich, dass Atomindustrie und Atomwaffen zusammen gehörten: „Ohne Atomindustrie sind keine Atomwaffen möglich – das ist auch ein Grund, warum so viele Staaten an den Atomreaktoren festhalten“.

Äußerst bewegender Film im Rathaussaal „Westfalia“: „ Als die Sonne vom Himmel fiel“

Im Saal Westfalia des Dortmunder Rathauses wurde der äußerst bewegende Film „Als die Sonne vom Himmel fiel“ (Schweiz) von Aya Domenig vorgeführt.
Zum Film: Auf den Spuren ihres verstorbenen Großvaters, der nach dem Abwurf der Atombombe 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet hat, begegnet die Regisseurin einem ehemaligen Arzt und einer Krankenschwester, die Ähnliches erlebt haben wie er.
Zeit seines Lebens hat ihr Großvater nie über seine Erfahrungen gesprochen, doch durch die große Offenheit ihrer Protagonisten kommt sie ihm näher. Als sich am 11. März 2011 in Fukushima eine neue Atomkatastrophe ereignet, nimmt ihre Suche eine neue Wendung. Übrigens kommt im Film auch Dr. Shuntaro Hida vor, welcher Dortmund den Ginkgobaum geschenkt hatte.

Yoko Schlütermann skandalisiert anvisierte Wettkämpfe bei Olympiade 2020 in der Präfektur Fukushima

Die Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft der Auslandsgesellschaft, Yoko Schlütermann, sprach davon, dass der Bürgermeister von Hiroshima sich bei der diesjährigen Zeremonie am Hiroshima-Tag von der japanischen Regierung wünschte, dass sie den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichne und ratifiziere.
Doch der japanische Premier Shinzo Abe habe lediglich zugesichert, über die Folgen der Atombombenabwürfe zu informieren und als Brücke zwischen Atommächten und Nichtatommächten vermittelnd dienen zu wollen. Über den Atomwaffenverbotsvertrag, so Yoko Schlütermann, habe er indes kein Wort verloren.
Äußerst bedenklich findet sie, dass die japanische Regierung, die den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Spiele 2020 (24. Juli bis zum 9. August) in Tokio bekommen hat, diese Spiele als „Wiederaufbauolympiade“ deklariert habe. Einen Teil der Wettkämpfe sollen nämlich sogar in der Präfektur Fukushima – also dort, wo der AKW-Unfall geschah! – stattfinden.

Der Welt werde vorgetäuscht, dass das Fukushima-Desaster bereits unter Kontrolle sei

Vor diesem Hintergrund werde die Deutsch-Japanische Gesellschaft eine zweitägige Konferenz (14. und 15. September 2019) mit dem Thema „Für eine Olympiade in Tokio, die die Gefahren von Fukushima nicht verschweigt“ veranstalten.
Unter anderen wird daran als Referent auch Eiichi Kido (Professor für Politik, Universität Osaka/Bochum) teilnehmen, der zur Veranstaltung am 6. August im Rathaus anwesend war.
Zu einem wahren Höhepunkt gestaltete sich der Auftritt der Trommler-Gruppe „Senryoko“ mit ihrer Taiko-Darbietung vorm Dortmunder Rathaus.


 

Paul-Gerhardt-Kirche Fliederstraße 16 Unna-Königborn I Sonntag, 07. April 2019 I 16:00 bis 18:00 Uhr

Benefiz-Konzert mit der Bigband des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und dem Jazzquartett Jazzperiment

von Jürgen Thomas – vom STADTSPIEGEL lokalkompass.de

Das Projekt „Hilfe für Japan“

ist die offizielle Spendenaktion der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund in der Auslandsgesellschaft.de e.V. und hat zum Ziel Fukushima-Kinder zu unterstützen.

Mit einem „Herzlich willkommen“
begrüßte die Leiterin der Bigband des Geschwister-Scholl-Gymnasiums als Mitveranstalter dieses Benefizkonzerts die Besucher. Zum 3. Mal dürfen wir mitwirken für einen guten Zweck. Sie sind gekommen, um ein schönes Konzert zu hören, aber auch um für einen guten Zweck zu spenden und wir sind gerne dabei.

Fukushima hat in besonderer Weise gezeigt, dass die Folgen der menschengemachten Eingriffe in die Natur oft zu Lasten der Unschuldigen gehen, besonders zu Lasten der Kinder, und das ein Leben lang – und darüber hinaus, so Brigitte Schelter.

Mit den Liedern
„Kawa no Nagare no Yō ni” (Wie der Fluss fließt), Nadasōsō (Tränen vergießen) und Warabigami Yamatoguchi (Gott der Kinder) einem traditionellen Lied aus Okanawa vorgetragen von Sachiko Bömer Oshiumi und Kazuyuki Ogimoto am Piano begann das Konzert.

Die Vorsitzende Yoko Schlütermann
der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund  erinnerte an die dreifache Katastrophe – Erdbeben Stärke 9, Tsunami mit bis zu 24m hohen Wellen und die Explosionen von drei Reaktoren des AKWs Fukushima Daiichi vor acht Jahren und das Leid der Kinder. Bis heute sind 272 Schilddrüsenkrebsfälle bei 380.000 Fukushima-Kindern, die damals unter 18 Jahre alt waren, aufgetreten mit steigender Tendenz. Wir wollen unser Projekt „Hilfe für Japan“ für Fukushima-Kinder fortsetzen, damit die Kinder mindestens in den Schulferien auf die 2200km entfernte Insel Okinawa fahren und sich dort in unverdorbener Natur erholen und ihr Immunsystem stärken können.

Zu den 6 Stücken der
Bigband des Geschwister-Scholl Gymnasiums
gehörten beispielsweise auch:
Feeling good in einem Arrangement von Roger Holmes
Für die kurzfristig erkrankte Sängerin wurde das Stück als Instrumentalversion präsentiert. Die Rolle der Stimmführung hat Luis Siegert mit dem Altsaxofon übernommen.
Vehicle, passenderweise arr. von Ralph Ford
ist ein Vokalstück der amerikanischen Rockgruppe The Ides of March für ihr erstes Studioalbum 1970. Der Sänger Jim Peterik schrieb es aus Frust über ein Mädchen, das ihn entgegen seinen Vorstellungen offensichtlich nur als Fahrgelegenheit ernst nahm. Am Ende war aber nicht nur der Song ein großer Erfolg, sondern auch der Fahrdienst, der die Heirat der beiden zur Folge hatte. Das Stück blieb für die Gruppe ein one hit wonder.

Zum zweiten Teil des Konzerts gehörten 6 Stücke mit dem
Jazzquartett Jazzperiment
mit T. Großerhode (ts), A. Wegener (p), R. Wilkes (b) und M. Schubert (dr).  Dabei   waren
„We’d rather like it cash“ (W. Engstfeld) und auch „Nowhere Man“ (John Lennon – Paul McCartney)

Mein Fazit
Ein klasse Konzert das mit viel Beifall bedacht wurde. Schade nur, dass so wenige Besucher bei freiem Eintritt in der Paul-Gerhardt-Kirche waren. Und trotzdem, so Brigitte Schelter, ist doch einiges an Spendengeldern zusammengekommen.


 

Mit japanischem Gesang gedachte Sachiko Bömer-Oshiumi den Opfern und Flüchtlingen der Fukushima-Katastrophe. Für diese wurde am vergangenen Sonntag gespendet. © Tom Schneider

Benefizkonzert für die Fukushima-Kinder in der Paul-Gerhardt-Kirche

Zum achten Mal jährt sich die Fukushima-Katastrophe. Um den dort lebenden Kindern in Erholungscamps eine lohnenswerte Freizeit zu bieten, sammelte die Deutsch-Japanische Gesellschaft Spenden.

von Tom Schneider, HELLWEGER ANZEIGER, 08.04.2019

Eine Mischung aus japanischer Jazz- und Bluesmusik gab es am vergangenen Sonntagnachmittag in der Paul-Gerhardt-Kirche zu hören. Zweck dieses Konzertes war das Sammeln von Spenden für die Aktion „Hilfe für Japan“, die den Kindern aus der Sperrzone Fukushima Erholungscamps finanziert. Organisiert wird das alles von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund (DJG).
Die Sängerin Sachiko Bömer-Oshiumi gab japanische Lieder in Erinnerung an die Opfer der Katastrophe vor acht Jahren zu Besten. Dazu gesellten sich die GSG-Big Band und das Jazztrio „Jazz Periment“. Zusammen gelang ein gelungenes Benefizkonzert und das schon zum dritten Mal – zum zweiten Mal in der Paul-Gerhardt-Kirche.
Auch die GSG-Big Band spielt beim Benefizkonzert für die Aktion „Hilfe für Japan“. © Tom Schneider

Erfolge der Spendenaktion
Während der Veranstaltung ließ man die Erfolge der Spendenaktionen Revue passieren. Dazu gehörten vor allem die Erholungscamps für Fukushima-Kinder. In einem Dankesbrief einer Mutter aus der Region hieß es sinngemäß: „Mit der Katastrophe vor acht Jahren wuchs unsere Angst. Durch die Erholungscamps konnte diese etwas genommen werden. Den Kindern ging es dadurch besser.“
Im Frühjahr 2011 war die japanische Präfektur Fukushima von einem Erdbeben, einem Tsunami und einem Atomreaktorunfall betroffen. Damit ging eine erhebliche Umweltverschmutzung einher, die sich auch auf die Bevölkerung übertrug. Der Boden und die Gewässer in dem Gebiet um das ehemalige Atomkraftwerk sind bis heute kontaminiert.

Erholungscamps kommen ins Spiel
Da kommen nun die Erholungscamps ins Spiel. Diese werden vom japanischen Partner der DJG, Kuminosato, veranstaltet. In den Schulferien wird für die Kinder Fukushimas ein ein bis zwei Wochen langer Urlaub auf der Insel Okinawa veranstaltet. In diesem Erholungscamp können die Kinder im Meer schwimmen und in Flüssen und Wäldern spielen und sie bekommen frisches regionales Essen. Vieles davon mag selbstverständlich klingen, ist aber seit dem Super-GAU in der Heimat der Kinder nicht mehr möglich. Bisher konnten sich 1650 Kinder auf Okinawa erholen.

Überdurchschnittlich viele Krebsfälle
Vor Kurzen kündigte die japanische Regierung an, man wolle die Evakuierungsgebiete bis 2020 wieder besiedeln, die Gebiete seien dekontaminiert. Allerdings ist die Verstrahlung der Region in vielen Gebieten immer noch höher als es der durchschnittliche Grenzwert erlaubt. Außerdem wären die vielen Grünflächen in der Präfektur nicht dekontaminierbar, erklärt die Vorsitzende der DJG, Yoko Schlütermann. Auch eine überdurchschnittliche Menge an Fällen von Schilddrüsenkrebs gebe es unter den Kindern Fukushimas.


 

UK

Quelle: UNSERE KIRCHE 2019-04-07


Radiointerview mit Yoko Schlütermann

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Hilfe für Kinder in Fukushima 

Vor acht Jahren gab es an der Küste Japans ein gewaltiges Erdbeben, das auch die Reaktor-Katastrophe von Fukushima ausgelöst hat. Jede Menge Radioaktivität wurde freigesetzt, über 100.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Gerade die Kinder vor Ort seien immer noch besonders belastet. So sollen sie wesentlich häufiger an Schilddrüsenkrebs erkranken als anderswo. Mit ihrer deutsch-japanischen Gesellschaft will Yoko Schlütermann den Kindern in der Region helfen.

HIER GEHT ES ZUM RADIOBEITRAG:

https://www.radio912.de/artikel/hilfe-fuer-kinder-in-fukushima-99875.html


WAZ März 2019