Presse 2017

Posaunentrio unterstützt mit Benefizkonzert Fukushima-Kinder
von Wicho 
Herrmann/WAZ am 16.03.2017

BOCHUM.  Eine Veranstaltung in der Emmaus-Kirche hilft den Opfern der Reaktorkatastrophe. Kinder finden Erholung und können erstmals im Freien spielen.

Fröhliche Musik zu ernstem Anliegen: Diesen Spannungsbogen bot das sechste Benefizkonzert in der Emmaus-Kirche zu Gunsten der Fukushima-Kinder. Musiker unterstützten damit das Projekt „Hilfe für Japan“ der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund.
Ausführende waren das Posaunentrio „Buccinate“ mit Rima Ideguchi, Thorsten Lange-Rettich und Fabian Liedtke, Pianistin Barbara Bardach und Cellistin Annette Rettich. Sie erinnerten mit ihren immer wieder eingängigen Stücken auch an den sechsten Jahrestag des Reaktorunglücks von Fukushima in 2011.

Beeindruckende Berichte aus Fukushima

Ute Bertram war beeindruckt von den Berichten aus Fukushima. „Viele Details waren mir so nicht bekannt. Es muss vor allem für Kinder schlimm sein, in einer Region zu leben, die nach wie vor so verstrahlt ist, dass sie zum Spielen nicht nach draußen können“, meinte sie.
Alexandra Groß (30) war es wichtig, die Fukushima-Kinder zu unterstützen. „Ein Mal im Jahr sollen die Kinder im Freien spielen können. Ich möchte helfen“, betonte sie. Und fügt an: „Mich fasziniert Japan.“ Sie war begeistert von den fröhlichen japanischen Liedern, die Sängerin Sachiko Bömer-Oshiumi, begleitet von Ursula Schröder (Klavier), vortrug. Bömer-Oshiumi: „Ich wollte mit Frühlingsliedern Freude machen.“

Benefiz-Konzerte im Jahr 2011 angestoßen

Posaunistin Rima Ideguschi, die die Benefiz-Konzerte 2011 anstieß, und Yoko Schlütermann von der Deutsch–Japanischen Gesellschaft, waren nachdenklicher.
„Ich möchte, dass die Menschen in Fukushima die Hilfe bekommen, die sie angesichts ihrer verstrahlten Umwelt benötigen. Sie sollen nicht zum zweiten Mal Opfer werden, weil die japanische Regierung und die Bevölkerung die Katastrophe heute vergessen machen wollen und die Menschen aus Fukushima ausgrenzen“, so Ideguschi. Ihr Ziel: Zeichen gegen das Vergessen setzen und mit Spenden weiterhin helfen. Bis 2017 kamen insgesamt 14 775 Euro zusammen.

Kontaminierte Erde in Säcken

Yoko Schlütermann berichtete vom Hilfsprojekt: „Wir helfen der Organisation ,Okinawa Kuminosato’, ein Camp für die Kinder 2000 Kilometer südlich von Fukushima zu organisieren“, erklärte sie. Dort könnten diese all das machen, was zu Hause aufgrund der anhaltenden Radioaktivität nicht möglich sei: Ohne Mundschutz ins Freie gehen, alles anfassen und überall draußen spielen, so Schlütermann weiter. Die Behörden von Fukushima griff sie an: „Noch heute lagern Säcke mit kontaminierter Erde neben Schulen, Kindergärten und Wohngebieten.“

>>> Info: Feriencamp auf Okinawa

  • Das Projekt „Hilfe für Japan“ der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund, die sich in der Auslandsgesellschaft NRW e.V. organisiert, bietet bis heute Fukushima-Kindern Hilfe. Über 1000 Kinder kamen damit für zwei bis drei Wochen pro Jahr in ein Feriencamp auf der Insel Okinawa. Diese liegt 2000 Kilometer südlich des Katastrophengebietes.
  • Das aktuelle Benefiz-Konzert erbrachte 2613 Euro. Um weitere Spenden wird gebeten: Auslandsgesellschaft NRW e.V. IBAN: DE05 4405 0199 0001 0709 16 bei der Sparkasse Dortmund. Stichwort: HFJ.

http://www.waz.de/staedte/bochum/posaunentrio-unterstuetzt-mit-benefizkonzert-fukushima-kinder-id209956699.html